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Presseecho
Er ist schwarz, stark und fair – Gourmetkaffee aus Guatemala
Quelle: TOP-Magazin Niederrhein,
Von Katja Hilpert
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Derzeit sind Bioprodukte in aller Munde, und auch über Fairtrade wird gesprochen. Eine Kombination aus beidem bietet der Verein ProGua e.V. aus Düsseldorf mit seinem Mocino als Espresso oder Café Arabica. Dieses Produkt ist auf dem deutschen Markt noch ein Geheimtipp. Für Kaffeegenießer mit einem gesunden Umweltbewusstsein wollen wir diese Information endlich publik machen. Was sollten Sie wissen, bevor auch Sie Mocino trinken?
In Guatemala am Fuße des Vulkans Tajumulco, dem höchsten
Berg Zentralamerikas, erstreckt sich die Kaffeeplantage der Finca Buenos
Aires. Hier leben
83 Familien vom Kaffeeanbau. Auf einer Höhe von 1500-2000 m Ü.N.
wachsen unter idealen Bedingungen die Pflanzen für einen der Spitzenhochlandkaffees.
Die Plantage, die sich aus vielen Parzellen im Dschungel zusammensetzt,
wurde in den letzten Jahren auf Biobetrieb umgestellt, also auf einen
rein organischen Anbau. Jeglicher Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln
ist untersagt. Unter strengen Kontrollen werden hier nur natürliche
Düngemittel
zur Bekämpfung von Unkraut, Insekten oder Pilzen eingesetzt. Doch
Bio bedeutet noch mehr. So wächst der Kaffee hier zumeist im Schatten
großer Bäume, die wiederum Lebensraum für viele Tiere,
wie Vögel oder Wildkatzen, bieten. Außerdem wird rund um
die Parzellen auf eine große Artenvielfalt aus Flora und Fauna
geachtet. Das natürliche Gleichgewicht bleibt erhalten. Dies ist
zum einen gut für den Boden und zum anderen steigert es die Lebensqualität
der Bewohner. „Birdfriendly-Coffee – vogelfreundlicher
Kaffee“ nennen Experten diese nachhaltige Wirtschaftsweise.
Die Umstellung erfolgte jedoch nicht problemlos. Die Erntemenge ging zurück. Der drohende finanzielle Verlust der Bauern kann deshalb nur über die Preise für den Kaffee ausgeglichen werden. Hier kommt ProGua unter der Leitung von Prof. Dr. Rolf Nagel von der FH Düsseldorf zum Einsatz. Die Mitglieder des Vereins arbeiten allesamt ehrenamtlich und beziehen seit 2001 den Kaffee von den Bauern vor Ort. So ist es möglich, durch den Weiterverkauf von Röstkaffee Gewinne zu erzielen. Diese Gewinne sind zweckgebunden und fließen in den Kaffeeanbau zurück. Wie das geht? Derzeit liegt der Weltmarktpreis für einen Sack Kaffee (45,36 kg) zwischen 100 und 116 US-Dollar. Da bleiben abzüglich Transportkosten und Steuern lediglich ca. 70 US-Dollar für die Familien übrig. Ein Bauer erntet im Jahr ca. drei bis vier Sack Kaffeekirschen und bestreitet davon den Familienunterhalt. Fairtrade und die dazugehörige internationale Organisation FLO machen für faire Handelsbedingungen zur Auflage, dass pro Sack seit 01.06.2007 mindestens 131 US-Dollar bzw. bei Biokaffee mindestens 151 US-Dollar gezahlt werden. ProGua geht hier einen Schritt weiter. Der Verein bezieht in diesem Jahr 115 Sack Biokaffee zu einem Preis von 190 US-Dollar pro Sack. Aus den bereits erwirtschafteten Gewinnen wurde u.a. zur Umstellung auf den Biobetrieb ein Ingenieur eingestellt. Außerdem wurde eine Schule errichtet, in der Kinder aus den umliegenden Dörfern die erste Stufe (6 Schuljahre) absolvieren können. Dieses Projekt wird von ICAGUA e.V. begleitet. Der Verein wird ebenfalls von Prof. Nagel geleitet. Erste Erfolge zeichnen sich ab. Die Landflucht wird gehemmt, denn die Bildung stärkt den Nachwuchs.
Qualität hat ihren Preis. Ein weiteres Argument, warum Mocino-Kaffee ein Gourmettipp ist. Aufgrund des finanziellen Anreizes liefern die Bauern eine bessere Qualität. Mocino-Kaffee wird in der Kaffeeschälerei (Beneficio-Seco) nach diversen Selektionsprozessen per Hand nachverlesen. So kommen nur Bohnen mit einheitlicher Farbe und Größe in die Rösterei. Der Röstprozess selbst wird in einer Kaffeerösterei in Gronau (Münsterland) ebenfalls manuell und schonend bei 190-200 °C vollzogen. Und weil das Aroma besonders nach dem Röstprozess am besten ist, wird der Mocino auch erst kurz vor dem Versand für den Kunden geröstet.
